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Stundenprotokoll vom 01.09.2009

Willkommen zu den Nachrichten.

[…]

Bad Harzburg.

Im Werner-von-Siemens-Gymnasium der Stadt Bad Harzburg fand heute, am 1. September 2009, eine weitere Sitzung der Klasse 13a im Seminarfach statt.

Nachdem es in der vergangene Woche zu Unklarheiten gekommen war, die das Anfertigen von Protokollen betrafen, wurde den 20 anwesenden Schülern gleich zu Beginn der Stunde von ihrer Lehrkraft, Frau Mettge, ein Übersichtsbogen zum Thema „Wie schreibe ich ein Protokoll?“ überreicht. Darauf: Merkmale eines Protokolls, Stichpunkte zur Vorbereitung, seine Formen und sein Aufbau.

Während man sich über Merkmale, Vorbereitung und Aufbau noch relativ einig war, kam es doch zu einer ersten Diskussion, welche Protokollform – Ergebnis- oder Verlaufsprotokoll – denn für das Anfertigen von Stundenprotokollen zu den für das Semester geplanten Debatten von Vorteil sei. Letztendlich wurde sich für das Verlaufsprotokoll, das im Wesentlichen ausführlich den Gesprächsverlauf einer Debatte festhalten soll, entschieden, weil es, wie beim Ergebnisprotokoll erforderlich, bei einer Debatte nicht zwangsläufig zu einem Ergebnis kommen muss.

Da das Halten von Reden für Debattierende unerlässlich ist, wurden im Anschluss die Schüler mit Hilfe eines Merkblattes über verschiedene Arten von Reden sowie wichtige Inhalte und Wirkungen einer Rede informiert. Als für die Schüler interessante Art wurde zunächst die „Politische Rede“ diagnostiziert – auf diese werden sich wohl auch die zukünftigen Debatten stützen. Intention eines Redners, so wurde herausgefunden und wissenschaftlich bestätigt, ist es, den Zuhörer von der eigenen Meinung zu überzeugen und gleichzeitig die Ansicht des Gegners als „feindlich“ darzustellen. Andere Mittel als die eigenen Worte seien dabei aber nicht zulässig.

Direkt im Anschluss stellte sich den Schülern nun die nächste Frage. Und damit kommen wir zum Sport:

Welche Mittel stehen Rednern zur Verfügung, um ihre Aussagen sprachlich ansprechend zu gestalten und mit welchen Mitteln können sie ihre Behauptungen beweisen?

In zwei Gruppen aufgeteilt, erhielt die Klasse nun die Möglichkeit, sich über jeweils eine der beiden Fragen Gedanken zu machen. Innerhalb von 10 Minuten wurden von den Schülern Ideen in Form von Stichpunkten zum einen an der Tafel, zum anderen auf einem Blatt Papier gesammelt. Anschließend erhielt jede Gruppe einen Lösungszettel, mit dessen Hilfe die jeweils andere Gruppe bewertet werden konnte. Nach einer kurzen Auswertungsphase stand das Ergebnis fest: Die Gruppe, die sich Gedanken über sprachliche Mittel wie „Metaphern“, „Ellipsen“, „Neologismen“ oder „Alliterationen“ gemacht hatte, kam auf 69% richtiger Antworten, die andere, die sich mit der Fragestellung „Wie kann man Behauptungen stützen, absichern, verdeutlichen?“ beschäftigte, erreichte mit Antworten wie „Redewendungen benutzen“, „auf visuelle und akustische Untermalung zurückgreifen“ oder auch „auf Fachpersonal stützen“ 75% und gewann den Wettstreit knapp, aber verdient. Frau Mettge war mit dem Ergebnis sehr zufrieden und gratulierte allen Teilnehmern zu ihrem Erfolg.

Die letzten 20 Unterrichtsminuten erhielten alle Schüler die Anweisung, spontan eine eigene kurze – das bedeutete, möglichst in fünf Sätzen verfasste –  Rede zu schreiben. Themen, unter denen gewählt werden durfte, waren „Sollten die Fußballspieler der Bundesliga auf Lebenszeit ernannt werden?“ und „Sollte vor dem Hintergrund der immer wieder aufgedeckten Skandale Doping zur Pflicht werden?“.

Aufgrund widriger Umstände angesichts der vorangeschrittenen Zeit konnten nicht mehr alle Ergebnisse präsentiert werden – 3 Schüler hatten jedoch ihre Gelegenheit und es wurde allgemein klar, dass zu den einzelnen Themen jeweils relativ schnell eine eigene Meinung gefunden werden konnte – die sprachliche Umsetzung in Form einer geschickte Rede bedurfte doch aber meistens einer längeren Vorbereitungszeit. Trotzdem waren alle vorgetragenen Varianten, wenn sie auch in ihrer Aussage nicht immer allgemeine Zustimmung fanden, zufrieden stellend und ein gelungener Stundenabschluss.

Und nun zum Wetter.

[…]

 

 

 

***Amerkungen

 

Auch wenn das meiste, das in dieser Sitzung behandelt wurde, bereits aus dem Deutsch- oder auch Lateinunterricht (wie die meisten sprachlichen Stilmittel) bekannt war, so war es doch ein sehr interessanter Unterricht. Gerade in der 9./10. Stunde, wo allgemein die Aufmerksamkeit nachlässt, war es angenehm, selbst aktiv werden zu dürfen und es hat sehr viel Spaß gemacht, die „Gegengruppe“ zu bewerten und eine eigene kurze Rede zu verfassen. Ich habe ja schon in früheren Klassen Argumentationen oder Erörterungen geschrieben, die ja letztendlich das Gleiche beinhalten wie eine Rede, aber es ist doch gar nicht so leicht, wenn man sich zusätzlich überlegen muss, wie man Zuhörer am besten einbezieht und Ihnen die eigene Meinung vermittelt, wie man authentisch „rüberkommt“ und wie man das Ganze, wie ja aufgetragen, auf fünf Sätze begrenzt.

Ich habe – selbstverständlich – zur Frage, ob Fußballbundesligaspieler auf Lebenszeit ernannt werden sollten, eine Rede verfasst (, die ich ja auch dank Konstanze vorlesen sollte), die wie folgt aussah:

 

„Meine Damen und Herren,

es stellte sich kürzlich die Frage, ob man Fußballer der Bundesliga auf Lebenszeit ernennen sollte. Ich sage ganz klar „Nein!“, denn wie – ich frage Sie – wie soll dem Fußballnachwuchs die Chance gegeben werden, sein Können auf höchster bundesdeutscher Ebene zu beweisen? Potential, das im Ernstfall ungenutzt verloren geht. Und wer will schon jahrelang dieselben, immer älter und träger werdenden Spieler sehen, wenn ihm doch junger attraktiver Fußball geboten werden kann? Ich sage: Gebt der Jugend auch weiterhin die Möglichkeit, mit ihrem individuellen Spiel Zuschauer von neu auf zu begeistern!“

 

Nun ja, mit ein wenig mehr Zeit hätte sich das Ganze durchaus noch verbessern lassen können, aber gerade bin ich mir unschlüssig, wie ich für einen späteren Zeitpunkt eine Rede schreiben soll, die über 7 oder mehr Minuten vorgetragen werden soll. Das scheint bislang doch noch ganz schön viel, aber wir werden sehen, was die nächsten Stunden so bringen.

 

So far… (:

1.9.09 19:23
 


bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Schatten der Schläfer / Website (22.10.09 07:47)
Leider finde ich erst heute wieder Gelegenheit, Deine Einträge zu lesen. Ich hoffe dennoch, Dir mit ein wenig Kritik weiterhelfen zu können.

Insgesamt gefällt mir Dein Schreibstil: Du weißt, wie man korrekte deutsche Sätze formuliert. Allerdings formulierst Du zum Teil deutlich zu umständlich. Einige Abschnitte ließen sich in ein oder zwei Sätzen zusammenfassen, ohne inhaltlichen Verlust und ohne inhaltliche Verfälschung.
Überdies verwendest Du zu häufig das Passiv. Dies ist ein allgemeines Problem, weil es im akademischen Bereich gang und gäbe ist, sich von allem zu distanzieren. Der Nachteil dabei ist, dass ein Text unnötig abstrakt und schwerfällig wird. Überdeutlich ist dies an Stellen, an welchen Du das Passiv ohne ersichtlichen Grund verwendest, zum Beispiel an dieser: »… wurde den 20 anwesenden Schülern gleich zu Beginn der Stunde von ihrer Lehrkraft, Frau Mettge, ein Übersichtsbogen zum Thema „Wie schreibe ich ein Protokoll?“ überreicht.« Stattdessen hättest Du einfach schreiben sollen: »überreichte Frau Mettge, unsere Lehrkraft, uns gleich zu Beginn der Stunde einen Übersichtsbogen zum Thema ›Wie schreibe ich ein Protokoll?‹«
Wie Du siehst habe ich auch das unpersönliche »den 20 anwesenden Schülern« zu einem einfachen »uns« gekürzt. Dies ist nicht nur kürzer, sondern vor allem angemessener: Du schreibst die Protokolle schließlich nicht für eine Zeitung, eine Komission, ein Gericht oder jemand anderen außerhalb des Seminars, sondern für Dich beziehungsweise für die Seminarteilnehmer. Selbst wenn Du es für Außenstehende schriebest, wäre ein schlichtes »wir« für jedermann verständlich, weil die Rahmenbedingungen bekannt sind.


Schatten der Schläfer / Website (22.10.09 07:47)
Viele Sätze könntest Du durch ein wenig Umstrukturierung deutlich vereinfachen. Hier nur ein Beispiel: Du schreibst, »Die letzten 20 Unterrichtsminuten erhielten alle Schüler die Anweisung, spontan eine eigene kurze – das bedeutete, möglichst in fünf Sätzen verfasste – Rede zu schreiben. Themen, unter denen gewählt werden durfte, waren „Sollten die Fußballspieler der Bundesliga auf Lebenszeit ernannt werden?“ und „Sollte vor dem Hintergrund der immer wieder aufgedeckten Skandale Doping zur Pflicht werden?“.« Wie wäre es stattdessen folgendermaßen:
»In den letzten 20 Minuten sollten die Schüler eine kurze eigene Rede in fünf Sätzen schreiben. Wählen durften sie zwischen den Themen ›a‹ und ›b‹«?
Wenn Du Deine eigenen Schriften später noch einmal hervorholst, ist es wesentlich angenehmer und weniger aufwendig, kurz gehaltene, klare Sätze zu lesen als umständlich in die länge gezogene Absätze.
Zu guter Letzt solltest Du darauf achten, nicht zu stark zwischen formalem und umgangssprachlichem Stil zu schwanken. Verwende Interjektionen wie »ja« sparsam und nicht öfter als einmal in einem Satz. Sie verlieren sonst jegliche verstärkende Wirkung und verkommen zu reinen Füllwörtern.

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