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Stundenprotokoll vom 08.09.2009

Es ist 15.30 Uhr. Vor dem Raum 113 des Werner-von-Siemens-Gymnasiums haben sich 13 Schüler zu ihren letzten zwei Schulstunden dieses Dienstages eingefunden. Ein freundlicher, gerade vorbeikommender Lehrer schließt die Tür auf, doch – oh Schreck, oh Graus – die Luft dort raubt einem schon beim Betreten des Raumes den Atem.

Gemeinsam mit ihrer Lehrkraft Frau Mettge machen sich die Schüler sofort auf die Suche nach einem besser gelüfteten Raum, der eine lernfreudigere Atmosphäre schaffen soll, sofern man nach acht Stunden Schule um halb vier noch von „Lernfreude“ sprechen kann.

Gegenüber der Aula wird schnell ein Platz gefunden. Inzwischen haben sich auch noch zwei Nachzügler der Klasse eingefunden, sodass nun doch, sage und schreibe, 15 Schüler von rund 20 am Unterricht teilnehmen.

Aber die dezimierte Zahl hindert niemanden daran, sich nicht doch den Themen der folgenden Doppelstunde zu widmen:

 

● Thema und Organisation für die Debatten der folgenden Wochen

● Körpersprache

 

Nachdem sich nun in den letzten Sitzungen für vier Debatierformen, die im Klassenverband die nächsten Wochen ausprobiert werden sollen, entschieden wurde, ist es heute an der Zeit, die erste Debatte vorzubereiten. Dazu stellen sich drei Fragen:

 

1. Welche Debatierform wird für die erste Debatte benutzt?

2. Über welches Thema wird diskutiert?

3. Welche Schüler sind an der Debatte beteiligt und in welcher Form?

 

Die Antwort auf Frage 1 wird den Schülern von ihrer Lehrkraft abgenommen, die sich schon in den letzten Tagen Gedanken gemacht und die „Offene Parlamentarische Debatte“ als Einstieg gewählt hat.

Bei Frage 2 dürfen nun die Schüler selbst aktiv werden und Vorschläge unterbreiten. Es gibt nur ein Kriterium, das alle vorgeschlagenen Themen erfüllen müssen – die Frageform, d.h. das Thema der Debatte muss, wenn es gewählt worden ist, als Frage formuliert werden. Um ein paar Beispiele zu geben, führt Frau Mettge Themen wie „Sollten steuerflüchtige Promis ausgewiesen werden?“, „Sollten Kinder mit 12 Jahren strafmündig sein?“ und „Sollten Drogen rezeptfrei erhältlich sein?“ an. Dann sind die Schüler gefragt. Zwar werden nicht direkt alle Vorschläge als Frage formuliert, aber es finden sich immerhin 14 Themen an der Tafel ein, über die es nun abzustimmen gilt. Jeder Schüler erhält drei Stimmen, die auf drei verschiedene Themen verteilt werden müssen. Die vier Vorschläge, die am Ende die meisten Stimmen zu verbuchen haben, werden für die nächsten vier Debatten – denn es sind ja vier Debatierformen zum Erproben ausgewählt worden – das zu diskutierende Thema beinhalten.

Nach Abschluss der Wahl steht folgendes Ergebnis fest:

 

Sieger und damit Thema für die „Offene Parlamentarische Debatte“ mit insgesamt 7 Stimmen wurde „Sollten Fremdsprachen bereits ab der Grundschule gelehrt werden?“. Der zweite Platz ging mit 6 Stimmen an die Frage „Sollten Schüler im Sportunterricht nach Leistung bewerten werden?“. Den dritten Platz teilten sich „Sitzenbleiben?“ und „Rauchverbot?“ – zwei Themen, die sicherlich noch etwas konkreter ausformuliert werden müssen.

 

Nachdem nun auch Frage 2 geklärt worden ist, gilt es nun noch zu entscheiden, wer in welcher Form an der ca. 90-minütigen „Offenen Parlamentarischen Debatte“ in zwei Wochen teilnehmen soll. Auch dafür hat sich Frau Mettge selbstverständlich etwas ausgedacht:

 

Den Vorsitz erhält die Gruppe, die sich in den vorherigen Stunden über diese Form der Debatte informiert hat, da diese sich am besten mit der Organisation und den Regeln auskennt.

Regierung ( „Pro-Gruppe“ ), Opposition ( „Contra-Gruppe“ ) und die in dieser Debatierform üblichen „Freien Redner“ stellen die zwei Gruppen, deren erarbeitete Debatte nicht als zu erprobende ausgewählt worden ist, sowie eine weitere von Frau Mettge ausgewählte Gruppe.

Die anderen Schüler stellen das ebenfalls wichtige Publikum.

Welche Gruppe „pro“, welche „contra“ und welche „frei“ sein soll, entscheidet sich durch das jeweilige Ziehen eines Zettels. Folgende Aufteilung ergibt sich:

 

Vorsitz (Präsident, Schriftführer sowie Juroren): Fabienne, Farina, Natascha, Franziska

Regierung: Raimund, Wiebke M, Janina, Konstanze

Opposition: Anna, Jane, Sarah, Sandra

Freie Redner: Laura, Elisabeth, Wiebke L., Melissa

 

Da bis hierhin bereits 45 Minuten vergangen sind und die Klasse sich auch noch dem zweiten Thema der Doppelstunde „Körpersprache“ widmen möchte, erteilt Frau Mettge den Vorsitz führenden Schülern die Aufgabe, bis zur nächsten Woche einen Überblick über die Regeln und die Organisation ihrer „Offenen Parlamentarischen Debatte“ zu erarbeiten und dem Klassenverband vorzustellen, damit jeder ungefähr weiß, wie die Debatte ablaufen soll.

 

Anschließend widmet man sich endlich der „Körpersprache“. Jeder kennt das: Man redet mit seinem Gegenüber und bewegt meistens ganz unbewusst die Arme mit, rollt mit den Augen oder schlägt die Beine übereinander. In Debatten werden diese und andere Mittel geschickt von Rednern und auch Zuhörern eingesetzt, um die Gegenseite zu verunsichern oder aus dem Konzept zu bringen. Frau Mettge händigt einen Zettel aus, auf dem wesentliche Punkte der Körpersprache unter der Überschrift „Signale des Körpers“ zusammengefasst sind. Neben den bekannten und bereits erwähnten Bereichen Gestik, Mimik und Haltung können auch noch der Abstand von Redner und Zuhörer sowie der Tonfall eine wichtige Rolle spielen.

Nachdem sich ein Überblick über sämtliche Bereiche verschafft worden ist, gilt es, das „Gelernte“ direkt in die Tat umzusetzen.

Auf demselben Zettel befindet sich nämlich noch ein kurzer Text mit dem Titel „Das Vertreterseminar“ – ein Rollenspiel, bei dem eine Person einen Regisseur mimt, der versucht, auf einem Seminar eine Kunde-Vertreter-Situation mit zwei weiteren Personen darzustellen.

In Gruppen ist es den Schülern erlaubt, ruhige Plätze auf dem Schulgrundstück zu suchen, um innerhalb von etwa 20 Minuten das Rollenspiel, mit besonderem Augenmerk auf die Körpersprache, einzuproben.

Für die letzten 10 Unterrichtsminuten findet man sich wieder im Klassenraum zusammen und zwei Gruppen erhalten die Möglichkeit, ihre Version des Vertreterseminares vor der Klasse vorzuspielen. Auch wenn beide Vorstellungen nicht unbedingt perfekt waren, was auch niemand erwartet hat – unterhaltsam waren sie allemal, denn übertriebene Artikulation hat doch den einen oder anderen Lacher hervorgerufen.

 

 

***

 

Persönliches Fazit:

 

Ich darf in zwei Wochen diskutieren und bin in der Regierung – super, das kann ja lustig werden. Die zwei Stunden waren mal wieder ganz gut – das Rollenspiel hat Spaß gemacht, auch wenn wir unsere Version nicht vorspielen durften/sollten/mussten/konnten. Ansonsten bin ich mal gespannt, wie die Debatte in zwei Wochen so funktioniert und – joa – lass mich mal überraschen. (:

8.9.09 22:17
 


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