... eine Welt für sich.

  Startseite
    Seminarfach
  Über...
  Archiv

http://myblog.de/fairytale-x3

Gratis bloggen bei
myblog.de





Stundenprotokoll vom 22.09.2009

Einen unterhaltsamen Vortrag über seinen Auslandsbesuch in Nepal hielt am Dienstag ein ehemaliger Schüler des Werner-von-Siemens-Gymnasiums und derzeitiger Student an der Cambridge-Universität in England an seiner alten Schule in Bad Harzburg.

Aufgrund einiger technischer Probleme mit dem Beamer in der Aula kam es schon zu Beginn zu einer Verspätung von gut 20 Minuten. Nachdem aber Ersatz angeschafft und Jan-Jonathan Bock von der Schulleitung begrüßt worden war, begann dann für die zahlreich erschienenen Lehrkräfte, unter denen sich zur Freude einiger auch Ehemalige befanden, interessierte Schüler sowie Freunde, Bekannte, Familie und sonstiges Publikum der knapp einstündige Vortrag des Studenten, der die Reise zwecks einer „Feldforschung“, wie sie an der Cambridge University zwischen dem zweiten und dritten Lehrjahr üblich ist, angetreten hatte.

Er habe sich, so der Vortragende, in Nepal vor allem mit der Geschichte, der Politik und der Religion des Landes auseinandergesetzt. Die aufgrund verschiedener geschichtlicher Ereignisse „politisch sehr instabile“ Lage des „kopflosen Landes“ biete „keine Sicherheit“ und bilde „kaum einen Staat“ hieß es schon in den ersten Minuten und schnell wurde klar, dass es sich bei dieser Forschungsreise keineswegs um einen Spaßausflug handelte.

Trotz der schwierigen Situation seien die Menschen aber unglaublich offen und tolerant gewesen, erzählt Jan-Jonathan, dessen Gastvater über das allgemeine Befinden der Menschen aussagte, man „lache, obwohl das Herz weint“.

Die Krankenversorgung in Nepal wird vorwiegend von Organisationen wie dem Roten Kreuz übernommen, welches die Menschen auf der Straße über gesunde Ernährung und Hygiene aufklärt. Eine Krankenversicherung gibt es nicht. Wegen der mangelnden Gesundheitsversorgung und einer hohe Sterberate, schon im Kindesalter, liegt der Altersdurchschnitt für Männer in Nepal bei gerade einmal 55 Jahren, Frauen werden durchschnittlich 53 Jahre alt.

Auch ärmliche Verhältnisse verhindert einen allzu hohen Lebensstandard der Menschen. Wie Jan-Jonathan berichtete, verdiene sein Gastvater, der als Lehrer an drei verschiedenen Schule 13 Stunden pro Tag Unterricht gebe, etwa 90€ im Monat, mit denen er seine Familie ernähren muss. Als Eltern erfuhren, dass ein Student aus England die Schule besuchte, forderten einige sogar Schulgeld zurück, da sie dachten, er wolle die Schule finanziell unterstützen, erinnert sich Jan-Jonathan und zeigt damit die Armut der Menschen auf.

Nach Anführung dieser Punkte über das Leben in Nepal sagt der Student über das Leben in Nepal, es sei „ein spannendes Leben, aber auch ein präkeres Leben“. Besonders beeindruckt hat ihn die tiefe Gläubigkeit der Einwohner. Zwar gäbe es nirgends dominante Kirchenbauten, wie etwa hierzulande, dafür aber kleinere Tempel und in jedem Haus selbst einen eigenen Schrein zum täglichen Anbeten. Die Religion selbst sei eine Mischung aus Hinduismus und Buddhismus, heißt es. Die Menschen selbst glauben an „die Verknüpfung von Gott mit dem Alltag“ und haben für alles eigene Götter, die sie, bevor sie sich an eine Aufgabe wagen, um Unterstützung bitten. In die langen Prozessionen durch die Stadt habe man ihn sofort integriert und er habe „gar nicht anders gekonnt als mitzusingen und mitzutanzen“ berichtet der Student und untermalt seine Schilderungen mit verschiedenen Bildern, die in ihrer Vielzahl während des gesamten Vortrages gezeigt werden.

Das Zusammengehörigkeitsgefühl während religiöser Feiern findet sich auch im Familienleben. Der enge Raum, der in einem Haus einer Familie zur Verfügung steht, bietet kaum Privatsphäre. Dafür hilft jeder jedem so gut er kann. Obwohl das Kastensystem in Nepal existiert, stellen sich die Menschen nicht als besser oder schlechter dar, sondern verstehen sich als Gemeinschaft, in der jedes einzelne Mitglied, aus welches Kaste es auch immer kommt, wichtig für das Überleben ist. Jan-Jonathan bezeichnet Nepal auch als „Statusgesellschaft“, da Preise zum Beispiel nicht feststehen, wie man annimmt, sondern am Status einer Person festgemacht werden. Gut ist das natürlich für Bekannte des Verkäufers, schlecht war es für Jan, der teilweise „das Dreifache“ bezahlen musste und trotzdem seine Forschungsreise mit einem durchaus positiven Eindruck beendete.

In einer kurzen Fragerunde kam unter anderem die Frage auf, warum Jan-Jonathan sich für Anthropologie, also die Menschenkunde, interessiere. Der Student antwortete, er fände es spannend, herauszufinden, wie Menschen leben und schloss mit den bewegenden Worten „Was wollen wir begreifen, wenn nicht den Menschen - wenn nicht uns selbst?“

 

 

 

*** Kommentar

 

Ich persönlich fand den Vortrag von Jan sehr interessant, da auch ich sehr gerne eine Zeit im Ausland verbringen möchte und es gut ist, zu hören, dass selbst in solch ärmeren Gebieten durchaus schöne Erfahrungen – auch für’s Leben – gesammelt werden können. Gerade, wenn er über persönliche Erlebnisse berichtet hat, konnte ich mir oft die Situation, in der er sich befunden hat, genau vorstellen. Dass die Menschen dort so offen und freundlich sind, obwohl sie nicht gerade unter günstigen Bedingungen leben, ist erstaunlich. Mich hat der Vortrag wirklich bewegt. (:

Toll gemacht, Jan!

22.9.09 19:13
 


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung